Aug 01

image Das neue Insolvenzrechtsänderungsgesetz, das mit 1. Juli 2010 in Kraft getreten ist, bringt einige Neuerungen mit sich, die eine Erleichterung der Sanierung gefährdeter Unternehmen mit sich bringen sollen. Da bisher das für Sanierungen vorgesehene Ausgleichsverfahren kaum genutzt wurde, soll dieses nun durch die neuen rechtlichen Bestimmungen ersetzt werden.

Statt dem bisherigen Ausgleichsverfahren tritt das neue Sanierungsverfahren bei rechtzeitiger Vorlage eines Sanierungsplanes. Dieses Sanierungsverfahren kann unter Eigenverwaltung des Unternehmers (mit Einspruchsrecht des Insolvenzverwalters) durchgeführt werden, wenn eine Mindestquote von 30% innerhalb von 2 Jahren erfüllt werden kann. Bei einer Mindestquote von 20%  erfolgt die Verwaltung durch den Insolvenzverwalter selbst – dies entspricht im wesentlichen dem bisherigen Zwangsausgleich, den es in dieser Form nun nicht mehr gibt.

Scheitert der Sanierungsplan (z.B. dadurch, dass dieser von den Gläubigern oder vom Gericht nicht angenommen wird), erfolgt eine Eröffnung des Konkursverfahrens von Amts wegen (Liquidation des Unternehmens).

publiziert von e.rottensteiner am 01. Aug. 2010. \\ Tags:

Jul 31

image Unter Rebalancing wird die Wiederherstellung einer ursprünglichen Gewichtung durch ein antizyklisches Anpassen der einzelnen Assetklassen verstanden.

Quelle: Rechnungshof

publiziert von e.rottensteiner am 31. Jul. 2010. \\ Tags:

Jul 24

image Der Begriff Long/Short-Equity-Hedgefonds bezeichnet eine spezielle Art von Hedgefonds, die sich auf das Eingehen von Kauf- und Verkaufspositionen in Aktien konzentriert. Durch geschicktes Management können dabei sowohl Kursanstiege als auch Kursverluste bei Aktien gewinnbringend genutzt werden.

Performance bezeichnet die im Rahmen der Veranlagung erreichte Verzinsung des veranlagten Kapitals in Prozent.

Quelle: Rechnungshof

publiziert von e.rottensteiner am 24. Jul. 2010. \\ Tags:

Jul 02

image Jetzt ist er offiziell da: der Rechnungshofbericht zum Veranlagungsmanagement des Landes Niederösterreich aus den Erlösen aus der Verwertung der Wohnbauförderungsdarlehen und dem Verkauf der Beteiligungen. Kurz zusammenfassend der Inhalt: Die Performance der veranlagten Gelder unterschritt bis Ende 2008 das langfristige Ergebnisziel des Landes um knapp eine Mrd. EUR.

Die Performance-Unterschreitung um knapp einer Mrd. EUR (bezogen auf das langfristige Ergebnisziel) bis 2008 ist wohl nicht weiter verwunderlich wenn man sich an das Börsenfiasko in diesem Zeitraum erinnert. Ich glaube jeder ging Jahre davor von weit optimistischeren Annahmen aus. Dass dadurch natürlich auch die erwirtschafteten Erträge nicht ausreichten, um die der Höhe nach vorausgeplanten Auszahlungen an das Land NÖ zu decken und somit auf Substanz zurückgegriffen werden musste, ist eine logische Konsequenz daraus. Dass die Renditen-Unterschreitung im Vergleich zu laufzeitgleichen Pensionskassen-Veranlagungen die Benchmarks um 2,46 Prozentpunkte unterschreitet ist natürlich bitter und möglicherweise auf schlechtes Veranlagungsmanagement zurückzuführen (Betonung liegt auf möglicherweise). Zu hinterfragen wäre natürlich, ob die Zusammensetzung des Portfolios zu risikoreich gewählt wurde bzw. noch immer ist und ob mit Länder-Geldern derart spekulativ veranlagt werden sollte. Jedenfalls ist die ganze Angelegenheit einerseits sehr komplex, andererseits können aus heutiger Sicht Dinge anders beurteilt werden, als dies zu einem früheren Zeitpunkt zwangsläufig erfolgte.

Der Bericht ist sehr detailliert und interessant, hier der Link dazu – und hier eine kurze Zusammenfassung.

publiziert von e.rottensteiner am 02. Jul. 2010.

Jun 27

Als Hedging bezeichnet man die Absicherung einer bestehenden Veranlagung über den Abschluss einer sich gegengleich entwickelnden Position. Sehr häufig werden für diese Zwecke Derivate eingesetzt. Durch ein perfektes Hedging verändert sich der Gesamtwert von Grundgeschäft und Absicherung gemeinsam nicht mehr, das Risiko aus der Position wird Null. Quelle: Rechnungshof

publiziert von e.rottensteiner am 27. Jun. 2010. \\ Tags:

Jun 24

image Weil ich jetzt wieder mal gefragt wurde, hier nochmal zusammengefasst: “EGT” steht für Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und definiert den Jahresgewinn vor Steuern und Rücklagenbewegungen. Das EGT stellt das Betriebsergebnis bereinigt um außerordentliche Einflüsse dar.

Außerdem ist das EGT unversteuert, damit eine Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen mit unterschiedlichen Besteuerungen (gesellschaftsform- und landesunabhängig) möglich ist. Das EGT stellt die Summe von Betriebsergebnis/Betriebserfolg (EBIT)  und Finanzergebnis dar. Das EBIT (Betriebsergebnis) ist daher gut für die Analyse der eigentlichen Betriebstätigkeit geeignet.

Zusammenfassend können die Begriffe in Form dieser kleinen GuV veranschaulicht werden:

Umsatzerlöse
+/- Bestandsveränderungen
+ Sonstige Erträge, aktivierte Eigenleistungen
= Betriebsleistung

- Aufwendungen (Material, Fremdleistungen, Personal, AfA)
= EBIT (Earnings Before Interests and Taxes) -  – “Gewinn vor Zinsen und Steuern”

+ Finanzergebnis (Ertr. a. Beteiligungen, Wertpapieren, Anleihen, Aufw. für Finanzanlagen, Zinsen, etc.)
= EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) = Jahresgewinn vor Steuern u. RL-Bewegungen

+/- außerordentliches Ergebnis
- Ertragssteuern
= Jahresergebnis (Überschuss/Fehlbetrag)

+/- Auflösung von Rücklagen
+/- Verlustvortrag
= steuerliches Ergebnis (Bilanzgewinn/-verlust)

publiziert von e.rottensteiner am 24. Jun. 2010.

Jun 14

image Hedgefonds sind große, unregulierte Fonds, denen ein weitgehend uneingeschränktes Anlageuniversum zur Verfügung steht. Sie können sowohl Kauf- als auch Verkaufpositionen in nahezu allen Anlageklassen (Assetklassen) wie z.B. in Aktien, Anleihen, Rohstoffen, Währungen und Immobilien eingehen. Das Management der Fonds hat in der Regel über hohe Errfolgsbeteiligungen in der Größenordnung von 20% starke Anreize, eine gute Performance zu erreichen. Quelle: Rechnungshof

publiziert von e.rottensteiner am 14. Jun. 2010. \\ Tags:

Jun 04

CDO zählen zu den derivativen Finanzinstrumenten. Sie bestehen aus einem Portfolio aus festverzinslichen Wertpapieren und Kreditderivaten. Diese werden in drei Tranchen mit sinkendem Rating aufgeteilt: Senior Tranche, Mezzanine Tranche und Qeuity Tranche. Das Ausfallrisiko steigt – aufgrund der nachrangigen Bedienung im Fall eines Ausfalls – mit sinkendem Rating. Daher bietet die riskanteste Tranche, die Equity Tranche, als Ausgleich die höchste Prämienzahlung für den Käufer. CDO sind ein wichtiges Refinanzierungsmittel für Banken auf dem Kapitalmarkt.

Der Käufer eines solchen Wertpapiers erhält eine Prämie und verpflichtet sich im Gegenzug, dem Verkäufer die aus diesem Wertpapier entstehenden Versluste nach Maßgabe seiner Tranche abzudecken.

Vom Risikoprofil her gesehen sind CDO sogenannte “gehebelte” Investments. Der Hebel bewirkt, dass unter Umständen bereits geringe Verluste im Gesamtportfolio des CDO ab einer bestimmten Schwelle sehr schnell zu einem Totalausfall einer einzelnen CDO-Tranche führen können. Damit kann der Käufer dieser Tranche gezwungen sein, dem Verkäufer das gesamte Nominale des erworbenen Finanzinstruments zu ersetzen. Der dadurch entstandene Verlust kann die vereinnahmten Prämien um ein Vielfaches übersteigen.

Quelle: Rechnungshof

publiziert von e.rottensteiner am 04. Jun. 2010. \\ Tags:

Mai 26

Ist die Verteilung der veranlagten Mittel, der Assets, auf die verschiedenen Veranlagungsinstrumente bzw. Assetklassen wie z.B. Aktien, Anleihen und alternative Investments. Quelle: Rechnungshof

publiziert von e.rottensteiner am 26. Mai. 2010. \\ Tags:

Mai 22

Asset Manager sind Vermögensverwalter, die einen Vertrag mit einem oder mehreren Anlegern haben und innerhalb von Anlagerichtlinien nach eigenem Ermessen deren Vermögen managen. Asset Manager sind klassischerweise in Banken oder Fondsgesellschaften tätig, aber auch in Immobilienunternehmen, Versorgungseinrichtungen, Versicherungen und Asset Managementfirmen. Quelle: Rechnungshof

publiziert von e.rottensteiner am 22. Mai. 2010. \\ Tags:

Mai 15

Ein forderungsbesichertes Wertpapier (asset-backed security, kurz ABS) ist ein verzinsliches Wertpapier, welches Zahlungsansprüche gegen eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, kurs SPV) zum Gegenstand hat. Dabei verwendet die Zweckgesellschaft die Mittel ausschließlich zum Erwerb von Forderungen meist mehrerer Gläubiger und verbrieft diese zu einem Wertpapier. Die Zahlungsansprüche werden durch den Bestand an Forderungen (assets) gedeckt (backed), die auf die Zweckgesellschaft übertragen werden. Forderungsverkäufer in einer solchen Transaktion sind in der Regel Banken, die so Teile ihrer Kreditforderungen handelbar machen, um sich Liquidität zu verschaffen. Quelle: Rechnungshof

publiziert von e.rottensteiner am 15. Mai. 2010. \\ Tags:

Mai 13

image In der Lupe, dem Satire-Blog, gibt es eine geniale Karikatur in der in 14 Zeichnungen anschaulich die Finanzkrise für jedermann verständlich erklärt wird. Die Lektüre dessen ist äußerst empfehlenswert!

publiziert von e.rottensteiner am 13. Mai. 2010. \\ Tags:

Mai 11

Als ich vor kurzem den Rechnungshofbericht zur Überprüfung des Veranlagungsmanagements des Landes NÖ (bezüglich Verwertung der WBF-Darlehen und Verkauf der Beteiligungen des Landes an die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH) überflogen habe – Kommentare dazu will ich an dieser Stelle nicht abgeben, es fehlt mir dazu vor allem auch unter Einbeziehung der ausführlichen Stellungnahme des Landes NÖ der zur Beurteilung tiefergehende Einblick – habe ich gemerkt, dass der Bericht eine Reihe ausgezeichneter Begriffsdefinitionen enthält. Ich möchte daher an dieser Stelle eine kleine Serie unter dem Titel “Börsen-Wissen” starten und in lockerer Abfolge hin und wieder einige Informationen zu Begriffem aus der Finanzwelt an dieser Stelle bringen. Heute der erste Teil zum Thema “Alternative Investments”.

Alternative Investments ist eine gängige Bezeichnung für Investments außerhalb der Kategorien von Aktien, Staatsanleihen und anderen erstklassigen Schulden. Investoren wenden sich solchen Investments verstärkt in Zeiten schlechter Performance bei Aktien und Anleihen zu.

Quelle: Rechnungshof

 

publiziert von e.rottensteiner am 11. Mai. 2010. \\ Tags:

Mrz 27

image Wer sein gesamtes Einkommen in Österreich zum Höchststeuersatz versteuert ist entweder ein Angestellter mit automatischem Lohnsteuerabzug oder nicht ganz bei Trost – so zumindest berichtet die Presse. Wie Herr Bschistranek eine ausländische Firma gründet, um dort steuerschonend seine Gelder zu veranlagen ist im Beitrag “Steueroase: Wir basteln einen Weltkonzern” der presse.com im Detail nachzulesen. Prädikat: Äußerst lehrreich…

publiziert von e.rottensteiner am 27. Mrz. 2010.

Feb 07

Übernimmt der Arbeitgeber Ausbildungskosten, so kann er diese anteilig zurückfordern, wenn der Arbeitnehmer vor Ablauf der vereinbarten Bindungsdauer das Dienstverhältnis beendet. Eine Rückerstattung durch den Arbeitnehmer muss nur dann erfolgen, wenn dies mit ihm bei Vorliegen eines konkreten Anlassfalles (z.B. Besuch eines Kurses) ausdrücklich schriftlich vereinbart wurde. Eine allgemeine Klausel im Dienstvertrag reicht nicht. Ferner hat der OGH klargestellt, dass eine derartige Rückzahlungsbestimmung zur Gänze ungültig ist, wenn diese Rückzahlungsverpflichtung beim Verstreichen der Bindungsdauer nicht linear abnimmt (d.h. je länger die Ausbildung zurückliegt, desto kleiner muss die Rückzahlungsverpflichtung werden). Quelle: WKO Tirol

publiziert von e.rottensteiner am 07. Feb. 2010.