Okt 22

In Wiener Neustadt bin ich heute auf die ehemalige “Serbenhalle” gestoßen, die geschichtsträchtige Momente wieder aufleben lässt.

1942 wurde unter dem Decknamen “Rax-Werk Ges.m.b.H.” eine Tochtergesellschaft der Wiener Neustädter Flugzeugwerke gegründet, um kriegswichtige Rüstungsgüter herzustellen.

Um die Raxwerke möglichst schnell aufzubauen, wurde 1942 der Entschluss gefasst, eine in Kraljevo (Serbien) erbeutete, 300 Meter in der Länge und 70 Meter in der Breite messende große Montagehalle für Waggons zu demontieren und sie in Wiener Neustadt wieder aufzubauen – dadurch entstand der Name „Serbenhalle“. Sie wurde mit über 400 Güterwaggons nach Wiener Neustadt gebracht und auf dem Werksgelände wieder aufgestellt. Ein Jahr zuvor waren vor und in dieser Halle über 1700 Einwohner von Kraljevo als Racheakt für einen Partisanenanschlag von der deutschen Wehrmacht erschossen worden. Dieses Ereignis war Teil des Massakers von Kraljevo und Kragujevac. Quelle: Wikipedia

Serbenhalle1

Serbenhalle2

Diese “Serbenhalle” war zu Kriegsende eine Außenstelle des KZ Mauthausen mit bis zu 1.000 Gefangenen, die in der Rüstungsarbeit tätig waren. Wikipedia bietet zu diesem Thema einen ausgezeichneten und gut zusammenfassenden Artikel, hier ist er zu finden.

publiziert von e.rottensteiner am 22. Okt. 2011. \\ Tags: ,

Jan 07

Ich habe die Tage nach Weihnachten (unter anderem) dazu genützt, mir wieder eines der zeitgeschichtlich wirklich informativen Bücher Friedrich Brettners einzuverleiben. Brettner bringt in seinem Werk “Soldatenschicksale” die Berichte von 17 Soldaten, die die Wirren des Zweiten Weltkrieges überstanden haben. In seinem Nachwort schreibt er u.a. “… sie wurden nicht gefragt, ob sie zum Militär- oder Zivildienst wollen. Bei einer Wehrdienstverweigerung endete es vor dem Erschießungskommando. Beim Militärdienst bestand doch die Möglichkeit, den Krieg zu überleben…“.

Und er hat in gewisser Weise recht, denn mit dem heutigen Wissensstand stellt sich sicherlich vieles anders dar, als damals für viele junge Männer, die eingezogen und an die Front geschickt wurden. Besonders berührend die letzten drei Berichte von Hans Meixner, Rudolf Tanzer und vor allem Ekkehard Wölfel, die im jungen Alter von gerade 16 Jahren einberufen wurden und die volle Härte des Krieges einschließlich mehrjähriger russischer Gefangenschaft spüren mussten. In jedem Fall ein ZU-Fall, dass sie diese Geschehnisse überhaupt überlebt haben.

Irgendwie Zeit, unser Wohlstandsdenken wieder mal zu hinterfragen und ein wenig Demut zu zeigen, dass nicht alles selbstverständlich ist…

Ach ja, hier noch der Link zum Autor und seinen Büchern, die ich wirklich empfehlen kann!

publiziert von e.rottensteiner am 07. Jan. 2008. \\ Tags: , , ,