Race Across America

By | 5. Juli 2010

Heuer habe ich mich das erste Mal etwas näher mit dem Race Across America (aus der Ferne) beschäftigt und bin immer noch ganz fasziniert von diesem Wettkampf. Mittlerweile ist das Rennen gelaufen und es gab auch heuer wieder einige beachtliche Leistungen. Zwar hat jeder einzelne der es bis ins Ziel geschafft hat, eine Meisterleistung vollbracht (man muss bedenken, dass die Ausfallsrate bei diesem Rennen bei ca. 50% liegt).

Bei den Solo-Fahrern hat Gerhard Gulewicz aus Bad Ischl den 2. Platz erobert. Eine kaum fassbare Leistung dass eine einzelne Person 4800 Kilometer in nur 9 Tagen 12 Stunden und 51 Minuten fahren kann. Nachdem ich mich in den letzten Tagen über RAAM etwas schlau gemacht habe möchte ich diesbezüglich auf ein Interview von Michael Nehls verweisen, das mich über derartige Einzelleistungen nachdenklich macht. Sport sollte eigentlich im Entferntesten doch noch irgendwas mit Gesundheit zu tun haben – meine ich jedenfalls.

Ganz anders betrachte ich da die zweite – weil realistische und vernünftige – Meisterleistung, die vier Athleten aus Niederösterreich und Wien hingelegt haben:

imageDie 4 Austrian Musketeers – das sind Johanna Hack aus St. Pölten/Maria Anzbach, Günter Kugler aus Berndorf, Ullrich Schober aus Wien und Karl-Heinz Sonner aus St. Pölten/Viehofen – haben den ersten Platz in der Teamwertung erobert.

Ist nicht gleich ganz offensichtlich da in der offiziellen Ergebnisliste (siehe 2010  RAAM  4-Person Mixed) das Österreichische Team am 2. Platz angeführt ist, erst bei näherem Hinsehen merkt man dass das erstplatzierte Team ein Tandem-Team ist. Und da ich auch hier nicht Bescheid wusste (zu meiner Schande war mir nicht mal bekannt, dass Tandems auch bei Wettbewerben mitfahren) habe ich mich diesbezüglich schlau gemacht: Tandems haben im Gegensatz zu Single-Fahrräder extreme Vorteile: Nicht so sehr bergauf wo der Luftwiderstand nicht so entscheidend ist, dafür aber in der Ebene und bergab. Tandem-Paare haben im Vergleich zu Einzelfahrern extrem geringen Luftwiderstand und als Faustregel kann gelten, dass zwei gleich starke Fahrer in der Ebene ca. 5 km/h schneller sind als einzeln. Abfahrten können extrem werden, in denen kein Einzelfahrer auch nur annähernd im Windschatten bleiben kann. Somit ist verständlich, dass der erste Tandem-Platz in dieser Liste etwas fehlplatziert wirkt – was leider aber in der Ergebnisliste nicht sofort offensichtlich ist – ich hoffe, ich habe im RAAM-Tagebuch der vier Musketiere nicht allzu sehr für Falschinformation gesorgt…

Jedenfalls auch von dieser Stelle nochmals die besten Glückwünsche zum ausgezeichneten 1.(!) Platz bei diesem sicherlich eindrucksvollen und aber auch kräfteraubenden Wettbewerb, mir persönlich genügen schon 50 km am Stück ;-).

Links:
4 Austrian Musketeers
Renntagebuch der Musketiere

 

 

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