Space Solar Power

By | 10. November 2009

Aufgrund eines Beitrages im Informationsradio Ö1 bin ich auf ein äußerst interessantes Projekt gestoßen.

„Space Solar Power“ beschäftigt sich mit der visionären Idee, im Weltall Energie zu gewinnen. Das Prinzip ist „relativ“ einfach erklärt: Satelliten, die die Erde in geostationären Umlaufbahnen (36.000 km) umkreisen, sollen die per Solarpanele erzeugte Energie über Mikrowellenstrahlung an die Erde senden.

Riesiger Vorteil dieser faszinierenden Idee wäre, dass die dafür zu verwendenden Satelliten ständig Sichtkontakt zur Sonne hätten und somit 7×24 Stunden lang Energie zur Erde senden könnten. Jedenfalls wären riesige Sonnensegel erforderlich, um eine angenommene Menge von 10 Megawatt Energie auf die Erde zu senden, ebenso wären auch mehrere hunderte Meter große terrestrische Empfangsspiegel/-segel notwendig.

Die erstmalige Idee Solarenergie aus dem All zu beziehen hatte der Ingenieur Peter Glaser bereits im Jahr 1968. Die damaligen Pläne waren jedoch beinahe unvorstellbar, so waren z.B. Sonnensegel im Ausmaß von 50 Quadratkilometer Fläche vorgesehen und ein Bau dieser Satelliten hätte nur von Astronautoen bewerkstelligt werden können. Mittlerweile jedoch haben sich sowohl Kosten als auch technische Gegebenheiten geändert. Der Markt im Solarbereich hat sich in den letzten Jahren verändert, die Preise für Solarmodule haben ein Niveau erreicht, das einen wirtschaftlichen Einsatz (auch im All) rechtfertigen sollte und ebenso wären aufgrund des heutigen Standes der Roboter-Technik keine Astronauten für die Fertigung im All mehr notwendig.

Diese Entwicklung für so etwas sinnvolles zu nutzen, kann man nur unterstützen. Auch wenn Satelittenbilder z.B. schon für verspielte Applikationen für Handys jeden Typs zur Verfügung stehen, sollte das Potential der Satelitten zum Großteil immernoch für wichtige Projekte genutzt werden. Das amerikanische National Security Space Office (NSSO) hatte jedenfalls schon vor Jahren empfohlen, Geld in dementsprechende Test-Satelliten zu investieren. Dies nicht ohne Eigennutz: Auch für militärische strategische Zwecke wäre eine derartige Energiegewinnung absolut interessant – wenn man bedenkt, dass sich bei Kriegseinsätzen das Militär zu 100% selbst mit Treibstoffen (für die Energiegewinnung) versorgen muss. Alleine die Kosten dafür sind sicherlich exorbitant hoch.

Im kleinen experimentellen Rahmen wurde das Prinzip schon gebaut und getestet –  die japanische Weltraumbehörde Jaxa will mit einer eigenen Anlage im Jahr 2030 Solarstrom aus dem All beziehen, im Jahr 2016 soll in Amerika von der Pacific Gas & Electric (PG&E) bereits eine erste Anlage basierend auf diesem Prinzip 200 Megawatt Energie liefern.

Einen ausgezeichneten Artikel von Michael D. Lemonick zum Thema habe ich hier gefunden.

2 thoughts on “Space Solar Power

  1. e.rottensteiner Post author

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